Helgoland Deutschlands einzige Hochseeinsel
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Tagesausflug von Büsum nach Helgoland

Helgoland, rund 60 Kilometer vom Festland entfernt und mitten in der Nordsee liegend, ist Deutschlands einzige Hochseeinsel. Eigentlich besteht Helgoland aus zwei Inseln. Der Hauptinsel mit ihren 60 Meter hohen Buntsandsteinklippen die sich in Unter-, Mittel- und Oberland gliedert und auf der Tausende von Möven, Lummen und Basstölpeln ihr Brutgeschäft verrichten, sowie der kleineren Düne mit ihren Stränden an denen im Dezember und Januar die Kegelrobben und im Juni und Juli die Seehunde ihren Nachwuchs zur Welt bringen.

Zu erreichen ist Helgoland über Schiffsverbindungen von Büsum, Cuxhaven, Wilhelmshaven und Hamburg aus, sowie mit dem Flugzeug von Büsum, Bremerhaven und Hamburg. Wir waren in Büsum und wählten eine der zwei verfügbaren Verbindungen und fuhren mit der Lady von Büsum der Reederei Rahder. Alternativ fährt man von Büsum aus mit der Funny Girl. Einem Schiff der Reederei Cassen Eils, die auch die Verbindungen von Wilhelmshaven und Cuxhaven aus anbietet und Helgoland in den Wintermonaten als einzige anläuft.


Die Lady von Büsum fährt nach Helgoland

Die Lady von Büsum der Reederei Rahder. Länge des Schiffes 45,70m - Breite 8,50m - Tiefgang 2,50m. Bis zu 483 Passagiere finden hier Platz.



Leider war das Wetter nicht ganz so wie wir uns das vorgestellt hatten und so stand die Fahrt zunächst auf der Kippe. Aber da das Wetter in den letzten Tagen jedes mal besser war, als es der Wetterbericht im Radio angekündigt hatte, entschlossen wir uns für den 20.06.2011 eine Fahrt mit der Lady von Büsum nach Helgoland zu buchen. Prompt frischte in der Nacht der Wind dann diesmal entsprechend der Vorhersage auf (manchmal trifft die Wettervorhersage wohl doch zu) und ließ zunächst nichts gutes für die Überfahrt erahnen. Aber egal, gebucht ist gebucht, also wird auch gefahren. Morgens war das Wetter dann ziemlich durchwachsen. Stark bewölkt, stark windig, aber trocken. Wenigstens ein Lichtblick. Auf der Lady angekommen, eroberten wir den letzten freien Tisch an einem Fenster des oberen Decks, direkt hinter der Brücke. Diese Tatsache sollte uns noch einigen Spaß bereiten, wie sich im Verlauf der Reise herausstellen sollte. Pünktlich um 09:15 Uhr legte das Schiff ab und schon bei der Ausfahrt aus dem Hafen, direkt hinter der Mole merkten wir was heute angesagt war. Auf und nieder, immer wieder. Das Schiff rollte, hob den Bug und senkte ihn wieder. Und das schon ganz schön ordentlich. Ein ersten Raunen ging durch das Oberdeck. Wir nahmen es mit einem lachen und warteten auf den weiteren Verlauf der Fahrt. Trotz des diesigen Wetters konnte man die Bohrinsel Mittelplate und einige größere Schiffe in der Elbmündung recht gut erkennen. Ein Containerschiff kam uns, je länger die Fahrt dauerte, immer näher und so versuchte ich dann mal mein Glück mit einem Foto. Mehrere Kilometer Distanz, die lange Brennweite und die sich heftig bewegende Lady von Büsum erschwerten das Vorhaben ziemlich. Aber moderne Technik macht es möglich und so konnten wir sehen das es sich um ein Schiff der MSC, der Mediterranean Shipping Company handelte.


Ein Containerschiff der MSC in der Aussenelbe

Ein Containerschiff der MSC, sowie mehrere kleinere Schiffe waren während der Überfahrt gut sehen.



Ding Dong. Eine Durchsage des Kapitäns teilte mit, das wir nun mittlerweile die offene Nordsee erreicht hätten und es hier ein bisschen windig wäre. Was, wie unschwer zu bemerken ist, entsprechende Bewegungen des Schiffes zur Folge hat. Sicherheitshalber würde man kleine blaue Tüten verteilen. Wofür die bestimmt waren, kann sich sicherlich jeder selbst ausmalen. Kurz darauf ging dann ein Crewmitglied durch die Reihen, verteilte die Tütchen und schaute sich jeden Reisenden mal etwas genauer an. Dem einen oder anderen wurde empfohlen sich nach hinten ins Freie zu begeben. Dort waren die Schiffsbewegungen deutlich geringer und die frische Luft dort tut auch ganz gut. Wir gehörten Gott sei Dank nicht dazu und konnten weiterhin unseren Spaß an der Reise genießen. Nach gut einer Stunde holte uns dann die Funny Girl ein, die Büsum eine viertel Stunde nach uns verlassen hatte. Kurzes Winken der Fahrgäste und weg war sie wieder.


Die Funny Girl überholt die Lady von Büsum

Nach etwa einer Stunde werden wir von der Funny Girl eingeholt, die Büsum eine Viertel Stunde nach uns verlassen hatte.



Wirklich sehr lobens- und erwähnenswert während der Überfahrt war die Betreuung durch die Schiffscrew, die immer wieder durch die mittlerweile stark gelichteten Reihen gingen und sich um die Passagiere kümmerten und sich nach deren Wohlbefinden erkundigten. Einige male schlug das Schiff doch sehr hart und lautstark auf das Wasser auf, was bei einigen Fahrgästen doch so etwas wie Sorgenfalten in die Stirn grub. Aber alles war ok. Wir Landratten sind so ein klein wenig mehr Wind nun mal nicht gewöhnt und mussten das erst einmal einsortieren. Wir blieben zum Glück von der allgemein um sich greifenden Übelkeit verschont und hatten sogar richtig Spaß an der Sache. So verging die Hinfahrt sehr kurzweilig und eines der Crewmitglieder öffnete dann kurz vor Helgoland eine Tür nach vorne, so das die, die trotz des Wellengangs dort stehen konnten, einen ersten wundervollen Blick auf die Insel hatten und die Möglichkeit zum Fotografieren hatten.


Nach zweieinhalb Stunden ein erster Blick auf Helgoland

Nach knapp 2 1/2 Stunden Fahrt über die Nordsee ein erster, noch etwas diesiger Blick auf das Ziel unserer Reise - Helgoland.



Trotz des Windes und des Wellengangs war die Fahrzeit absolut im Plan und auch das Ausbooten erfolgte schnell und routiniert. Erstaunlicherweise begann genau jetzt der Wind abzuflauen und so stand einer entspannten Erkundung der Insel nichts im Wege. Bereits auf dem Schiff wurden ein geführter Inselrundgang, sowie eine ca. 1,5 stündige Dünenführung angeboten. Die Düne hätte uns schon sehr interessiert, aber für den ersten Besuch auf Helgoland entschlossen wir uns doch dazu zunächst die Hauptinsel im Alleingang zu erkunden.


Findling - Wir mahnen im Namen der Nordsee

Am Hafen werden wir auf diesen Findling aufmerksam. In einer einer der letzten Eiszeiten bis nach Niedersachsen transportiert, wurde er nach seiner Bearbeitung 1991 hier aufgestellt. Die rechte Seite des Steines stellt stilisiert die Form Helgolands dar.



Da wir möglichst schnell auf das Oberland wollen um den Klippenrandweg zu erreichen, gehen wir an den bunten Hummerbuden vorbei, wobei uns eine besonders ins Auge fiel. Inhaber ist laut Türschild Dr. Gerhard Siegismund, ein im Ruhestand befindlicher ehemaliger Arzt der Paracelsus Nordseeklinik. Jetzt stellt er überwiegend aus Treibholz künstlerisch gestaltete Figuren her. Schon erstaunlich was es nicht alles gibt.


Hummerbude Boma Nganga, Dr.med. Siegismund, Chirurg und Bildhauer

Laut Türschild gehört diese Hummerbude Dr.med. Siegismund - Von Beruf Chirurg und Bildhauer.



Ein Blick auf die Reede zeigte uns, das nach der Funny Girl und der Lady von Büsum nun auch die Fair Lady aus der neuen Fährverbindung Wilhelmshaven – Helgoland eingetroffen war. Auch hier war man fleißig mit ausbooten beschäftigt um die Passagiere mit den 10 Meter großen und 8 Tonnen schweren Börtebooten zügig an Land zu bringen.


Fair Lady und Funny Girl auf Reede




Ausbooten der Fairlady

Die Fair Lady aus Wilhelmshaven auf Reede neben der Funny Girl aus Büsum.